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Kapitel 1

 

Es ist Sonntagmorgen. Meine Mutter steht an meinem Bett und streicht mir sanft über mein Gesicht.

'Du musst aufstehen Sky! Deine Schwester sitzt schon am Frühstückstisch. Außerdem kommt der Umzugswagen um 11 Uhr.'

Oh nein, der Umzug. Ich wünschte über Nacht wäre ein Wunder passiert. Meine Mutter redete schon öfter darüber umzuziehen, nur vor einem Monat hatte sie endgültig den Entschluss gefasst und uns ein kleines Haus in einem noch kleineren Dorf zu suchen. Seit ich denken kann wohnen wir in einer Großstadt. Unser Vater verschwand nach meiner Geburt, der Druck zwei Kinder zu versorgen war ihm zu groß. Meine Schwester Noelle ist eine absolute Nervensäge. Sie schleppt ständig neue Jungs an und würde niemals ungeschminkt das Haus verlassen. Ihre Lieblingsbeschäftigung ist es sich für Partys oder ähnliches zu stylen. Wenn das alles nicht wäre, wäre ich echt neidisch auf sie. Sie ist groß, hat lange braune Haare, hellblaue Augen und eine echte Topmodel Figur. Kommt einfach komplett auf unsere Mutter.

'Sky, noch einmal rufe ich dich nicht. Steh endlich auf!'

Ich lief runter in die Küche. Überall standen leere Kartons. Nur die Möbel waren noch alle an ihrem Platz. Meine Mutter hatte ihr ganzes erspartes in das Haus gesteckt. Sie wollte uns mit einer neuen Einrichtung überraschen. Ob das überhaupt möglich war. Schließlich ziehen wir an einen Ort, wo weit und breit nichts ist. Oberberg, das sagt schon alles. Auch wenn ich meine Schwester nicht wirklich mag, aber ihr wird es dort wahrscheinlich noch viel schlechter gehen.

Auf meinem Stammplatz stand ein Teller mit Müsli und Quark. Nicht besonders lecker, aber sehr erfolgreich um ein paar Pfunde zu verlieren.

Es klingelte an der Tür. Meine Mutter ging zur Tür und öffnete sie.

'Schönen guten Tag, wir sind das Umzugsunternehmen.'

Nein mein Albtraum wird wahr. Ich will hier einfach nicht weg. Hier habe ich Freunde und vor allem wird mir meine beste Freundin Rebecca fehlen. Zum Abschied hat sie mir einen Glasbilderrahmen mit einem Foto von uns geschenkt. Hoffentlich sehe ich sie bald wieder.

Das Umzugsunternehmen packte alle Kartons in den LKW. Ich lief nochmal kurz in mein Zimmer und strich über meine alte Kommode. Sie hatte mir gute Dienste geleistet. Traurig sah ich mich noch mal um und setzte mich schon ins Auto. Kurz darauf kamen dann auch Noelle und meine Mutter. Die Fahrt sollte lang werden.

 

 

Kapitel 2

 

Nach 7 Stunden Fahrt erreichten wir endlich den Ort. Wir fuhren über eine Straße, die anscheinend die Hauptstraße dort war. Es gab einen kleinen Supermarkt, ein Café, ein winziges Modegeschäft, eine Post und eine Bank. Ein kleines Stück weiter stand eine riesige Kirche. Sie musste aus der Barock Zeit stammen, denn sie war ziemlich pompös und ihre Fassade sensationell ausgearbeitet. Also die, war definitiv ein Besuch wert. Aber da hatte ich ab heute auch genügend Zeit zu. Dann entfernten wir uns von der Hauptstraße und fuhren immer weiter in ein Waldgebiet. Es waren bestimmt noch 8 km bis wir endlich vor einem großen Haus hielten. Das Haus hatte eine Steinwand mit dunklen Holzfenstern und einer stämmigen Holztür. Um das Haus herum befand sich der tiefe Wald.

Ich hatte meine Mutter lange nicht mehr so lächeln sehen. Mit großer Freude schloss sie die Holztüre auf und führte uns durch unser neues Heim. Das Wohnzimmer war wirklich riesig. An einer Wand stand ein edler Kamin, davor eine gemütliche Couch mit einem süßen Couchtisch. Auch der Essbereich konnte dort mit untergebracht werden. Nur dieses mal passten dort mehr als drei Personen hin. In einer Ecke stand ein Bücherregal was dem Raum den endgültigen wohlfühl Touch gab. Die Küche war sehr modern und in einem weiß und limonengrün gehalten. Als nächstes waren unsere Zimmer an der Reihe. Noelle bekam ein rosafarbenes Zimmer im Landstil. Das wünschte sie sich schon länger und dieser Raum war super dafür geeignet. Durch die Schräge, die dunklen Holzfenster und dem dazu passendem Parkett, wirkte es absolut perfekt. Mein Zimmer würde dies niemals übertreffen. Aber ich hatte unrecht. Es war ein Ebenbild eines IKEA Raumes in flieder. Sie wusste einfach was uns gefällt. Ich hätte beinahe sogar vergessen, dass wir abseits jeglicher Zivilisation leben. Doch in diesem Raum lässt es sich wenigstens wochenlang aushalten.

In der Zwischenzeit waren schon alle Kartons im Haus und wir begannen auszupacken.

Spät abends saßen wir alle drei auf der Couch und tranken Pfefferminztee.

'Mama. Wie sieht das eigentlich mit der Schule aus?'

'War ja klar, dass du scheiß Streberin nach der Schule fragst.'

'Warum hast du denn dann noch nicht nach der nächsten Modeboutique gefragt? Schließlich trägst du alles nur einmal.'

'Hört auf ihr beiden! Morgen früh bringe ich euch zur Schule, da ich mit der Direktorin noch etwas an Papierkram zu erledigen habe. Am Dienstag kommt dann ein Bus der euch hier abholt und wieder nachhause bringt. Es ist schon ein gutes Stück bis zu der Burg, aber ihr habt dennoch den kürzesten Weg. Nun ja, bis auf die Schüler die dort wohnen.'

Noelle und ich blickten uns ziemlich irritiert an.

'Hatte ich euch nicht erzählt, dass es eine alte Burg ist, die in ein Internat verwandelt wurde? Es ist das älteste Gebäude in diesem Ort und einer der exklusivsten Schulen des Landes. Normalerweise muss sie teuer bezahlt werden, aber die Leute aus dem Ort dürfen sie kostenlos besuchen, da die nächste Schule ca. 100 km entfernt ist.'

Wer hätte gedacht, dass ich mal eine solche Schule besuche. Seit ich klein bin sorge ich für gute Noten, damit ich eines Tages eine Anwältin oder vielleicht sogar Politikerin werden kann. Die neue Schule könnte mir durch ihren guten Namen bessere Chancen geben, eine Universität meiner Wahl zu besuchen.


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